Isolierglassanierung Worms

Warum werden Fensterscheiben blind?

Frühere Fensterscheiben und heutige Isolierglasscheiben haben nur eine begrenzte Lebensdauer.

Bedingt durch thermischer Belastung, Materialermüdung oder Einbaufehler können Haarrisse zwischen den beiden Glasscheiben und dem Abstandshalter entstehen. Durch diese Undichtigkeiten kann die Feuchtigkeit in den Scheibenzwischenraum eindringen.

Zu Beginn bildet sich Kondenswasser zwischen den Fensterscheiben, zuerst nur bei bestimmten Witterungsverhältnissen, beispielsweise bei starker Sonneneinstrahlung, später dauerhaft.

Mit der Zeit lassen sich ein Grauschleier, Schmutz und Ablagerungen in Formen von Punkten, Flecken und Schlieren auf der Glasoberfläche erkennen. 

Die Fensterscheiben werden blind.

 

Bleibt die wärmedämmende Funktion der luftgefüllten Scheibe nach der Isolierglassanierung wirklich erhalten?

Die 2 Bohröffnungen in der Scheibe werden nach der Sanierung weitgehend verschlossen, bis auf den Staubfilter mit einer Öffnung von 0.6cm².

Bei einer 20m/s Böe werden dann rund 20^2*1.2/2/1e5 *16ltr/m² = 0,0385 ltr Luft hinein gedrückt. Nun nehmen wir alle 2 Sekunden solch eine Böe an, und anschließend darf die Luft für 2s wieder raus.

Dann fließen also durchschnittlich je Sekunde 0,0385ltr/4s = 0,01 ltr Luft durch den SZR.
Das macht einen Verlust von 0,01ltr/s * 1,2J/ltrK = 0,012 U=W/m²K aus.
Aus der U-Wert = 3,0 Scheibe wird dann eine U-Wert = 3,012er Scheibe.

Und das Jahr über fortlaufend 20m/s Böen im 4s Wechsel hat man meist auch nicht.
Der Effekt ist also tatsächlich vernachlässigbar.

  

Was ist mit heutigen gasgefüllten Wärmeschutzscheiben ?

Solange die Metallbeschichtung im SZR durch die Feuchtigkeit noch nicht angegriffen wurde, bleibt der Großteil der wärmedämmende Funktion durch die Metallbeschichtung nach der Sanierung erhalten.
Das Edelgas ist bereits mit dem Einsetzen des Erblinden der Scheiben entwichen. 

Hier sehen Sie eine Abschätzung, wieviel es ausmacht, wenn sich Luft statt Edelgas im Scheibenzwischenraum befindet.

Beispiel bei 16mm Scheibenzwischenraum und ai=8W/m²K und aa = 20W/m²K , Strahlung mit 0 angesetzt:

Luft: U = 1/(1/8 + 1/20 + 0.016/0.025) = 1,227 W/m²K
Argon: U = 1/(1/8 + 1/20 + 0.016/0.0177)= 0,927 Wm²K
Krypton: U = 1/(1/8 + 1/20 + 0.016/0.00949) = 0,537 W/m²K
Xenon: U = 1/(1/8 + 1/20 + 0.016/0.0057) = 0,335 W/m²K

Gegenüber einer Argonfüllung wird die sanierte Scheibe also nur um 0,30 W/m²K schlechter.

Das entspräche einer Veränderung des U-Werts einer Scheibe mit Argonfüllung
von 1,1 U=W/m²K auf 1,4 U=W/m²K .
Dieses macht sich im Jahr mit rund 21 kWh oder 2 ltr Öl je m² bemerkbar, also rund 1 Euro.

Sollten sich über einen längeren Zeitraum die Mineralien und Ablagerung auf der Wärmeschutzfolie festsetzten, muss die Folie mittels einer speziellen Säure ganz entfernt werden. Wenn die aufgedampfte Wird die Wärmeschutzfolie aus dem SZR entfernt, hat die Isolierglasscheibe nach einer Sanierung nur einen U-Wert von etwa 3,0 W/m²K, auch wenn das einmal eine 1,0 W/m²K Scheibe war.

 

Lohnt sich eine Glassanierung der luftgefüllten Scheiben gegenüber einer Neuverglasung?

Wir haben als Beispiel mit CASAanova solche eine Scheibensanierung mit U-Wert 3,0 gegenüber einer Neuverglasung mit U=1,0 gegenübergestellt. Es wären demnach beim Standardhaus 22,9m² Glasfläche auszutauschen.

Vor der Reparatur mit U-Wert = 3,0 W/m² Energiebedarf: 14220 kWh/Jahr
Neuverglasung mit U-Wert = 1,0: 12418 kWh/Jahr
Differenz: 1802 kWh/Jahr

Energieersparnis je m² Glas dann 78,7 kWh/m² a = 8ltr Öl/m²a = ca. 5€/m² pro Jahr

Wieviel darf die Neuverglasung mit einer 1,0er Scheibe kosten, um 5€/m² pro Jahr einzusparen?